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Ein birdside Thread der taz-journalistin Katharina Schipkowski:

Moin. Wir müssen über Reichtum reden. In Hamburg leben rund 42.000 Millionär* und 18 Milliardär*innen. An der Binnenalster kann man das ziemlich gut sehen. Ein kleiner Rundgang (Thread)


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Wir starten im Hotel Vierjahreszeiten.

Man kann einfach rein und - hätte man das nötige Kleingeld - im Restaurant speisen (auf dem Foto nur das Café). Menü mit Wein p.P. 290€. Zimmer zwischen 200 und 600€ pro Nacht.

Beliebt auch bei jüngeren Reichen

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Nebenan ist es nicht so offen:

in den Überseeclub kommen Normalsterbliche nicht rein. Mitgliederliste: geheim. Alle Bundeskanzler*innen und Bundespräsidenten (bis auf 2) haben hier vorgesprochen. Außerdem Chefs von Daimler, Siemens, etc.

Machtelite trifft Geldelite. 3/x

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Voll praktisch, dass direkt nebenan die Berenberg-Bank ist. Die älteste Privatbank Deutschlands ist zwar in diverse Skandale verwickelt, zuletzt und

Aber das ist halt ihr Business: Geld so verwalten, dass Kund*innen Steuern umgehen, also wat solls.

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Direkt daneben:

Afrikaverein der deutschen Wirtschaft. 1934 am Sitz der Woermann-Reederei gegründet, beteiligte man sich mit Beginn der 2. WK an Kolonialplanungen der Nazis. Später gings um Förderung billiger Rohstoffe in Afrika.

hamburg-global.de/v1.0/placema

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Östlich der Binnenalster befindet sich der Goldhandel Degussa. Er gehört einem der reichsten Deutschen (lebt natürlich in der Schweiz):

August von Finck. Geschätztes Vermögen: 8,2 Mia $.

Er fördert die AfD und andere Parteien und Initiativen im rechten Milieu

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Zu August von Finck gehört irgendwie noch diese kleine Privatbank um die Ecke, wobei die zu 90% dem Herrscherhaus Katar gehörte, bis die chinesiche Legend Holding sie kaufte.

Restliche 10% gehören Großherzogtum Luxemburg (immer praktisch). Etwa 10 mio. werden hier verwaltet.

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Auch am östl. Alsterufer ansässig: Hapag-Lloyd, Pionierin der Kreuzfahrt, die maßgeblich zur beiträgt.

Anteilseigner: Klaus-Michael Kühne, einer der reichsten Deutschen, Erbe einer Familiendynastie, die von profitierte und sich lange weigerte, das zuzugeben.

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Eine Straße weiter: die Warburg-Bank, dick im Geschäft bei , also der öffentlichen Hand Millionen geklaut.

Der heutige Finanzminister Olaf Scholz forderte damals als Bürgermeister das geklaute Geld nicht zurück 🤷‍♀️ Mittlerweile will die Stadt doch Geld, Warburg klagt dagegen.

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Nachdem sie mit Milliarden Steuergeldern gerettet wurde, heißt die HSH-Nordbank jetzt Commercial Bank und gehört US-Investoren.

Vorausgegangen waren Lügen und Skandale, , aber naja, gibt ja Steuerzahler*innen um sowas aufzufangen

handelsblatt.com/finanzen/bank

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Wie eng die Verbindungen zwischen Politik und Wirtschaft sind, sieht man auf der Rückseite des Rathaus, an der praktischerweise die Handelskammer klebt- kurzer Dienstweg und so.

Theoretisch könnte hier auch der Sozialverband oder Mietervereine sitzen aber LOL.

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Der Beiersdorf-Konzern gehört der Hamburger Familie Herz, ebenfalls eine der reichsten Deutschlands. Ihr gehört auch Tschibo und die Mayfair Vermögensverwaltung.

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So, Rundgang zu Ende. Ich will keine Einzelpersonen anprangern, sondern eher hinweisen auf Großfamilien/ Dynastien - man könnte auch Clans sagen, aber das sagt man ja meist nicht zu weißen Familien- und deren enge Geflechte mit Politik und Wirtschaft. Denn...

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wir reden zu wenig über . Es gibt wenig bekannte Zahlen, Fakten, Bilder. Dabei ist vieles zb an der Alster so gut sichtbar.

Der Sozialwissenschaftler Gerd Pohl macht Rundgänge für die RLS zum Thema. Hier ein Interview mit ihm (von 2016)

taz.de/Soziologe-Gerd-Pohl-ueb

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@ende_gelaende sorry, aber das stimmt nicht. Merck Finck & Co gehört zu 100% der Quintet Private Bank, die zu 99.9% Precision Capital gehört – eine Firma, die in Luxemburg ansäßig ist, aber Katar gehört

@jollysea

oh, cool - danke für den Hinweis. Hm.

Da der gesamte Thread kaputt geht, wenn ich da ein Element davon lösche, verlinke ich deine Antwort glaub ich am Ende einfach mal.

@ende_gelaende
Wo ist das Problem? Es gibt doch genug Alternativen für einen Kaffee.
Oder bist du neidisch?

@Zapp @ende_gelaende also ich finds frech wenn sich einige wenige den von der Gesellschaft erwirtschafteten Reichtum unter den Nagel reissen.
Mit Neid hat das auch zu tun, aber wo ist da das Problem?

@pinkprius

@ende_gelaende
Neid führt zu nichts Gutem. Allerdings glaube ich, dass unser persönliches Glück nicht vom eigenen Reichtum abhängt. Vermutlich sind die Besucher der Restaurants nicht zufriedener als wir beide. Die vergleichen sich untereinander wie andere auch. Je mehr man hat, umso (noch) mehr will man haben. Die Gier der Menschen ist grenzenlos. Glücklicher ist man dabei nicht.

@Zapp @ende_gelaende ich habe nicht behauptet, dass Reiche gluecklicher sind, dass Neid zu Gutem fuehrt, dass Reiche sich nicht untereinander vergleichen oder, dass unser persoenliches Glueck vom eigenen Reichtum abhaengt.

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