Wieso sprechen wir als Ende Gelände eigentlich über Kolonialismus? Weil die Klimakrise und der Kolonialismus eng miteinander verstrickt sind. Wieso, erklären wir in diesem Thread:

1/11
Der Frame „menschengemachter Klimawandel" vermittelt den Eindruck als seien alle Menschen gleichermaßen verantwortlich. Das ist ein Trugschluss. Ein Blick auf Verursacher*innen und Betroffene offenbart: Rassismus schreibt die Geschichte und Gegenwart der Klimakrise.

2/11
Der Beginn der Klimaveränderung findet seinen Ursprung in der Industrialisierung. Die hier geschaffenen Produktionsverhältnisse sind allerdings nur durch Sklaverei und Ausbeutung möglich gewesen.

3/11
Beides ist auf den Kolonialismus zurückzuführen. Das bedeutet, dass die Kolonialmächte auch die Verantwortung für die Folgen der Klimakrise haben.

4/11 Industriestaaten wie Deutschland leben seit langer Zeit ökologisch auf Kosten anderer Länder. Sie sind für mehr als zwei Drittel der historischen Treibhausgasemissionen verantwortlich, Länder des Globalen Südens dagegen zwei-drei Mal verletzlicher ggü Klimawandelfolgen.

5/11 Die vergangenen Dürresommer in Deutschland haben uns spüren lassen, was es bedeutet, wenn es über eine längere Peridode nicht regnet. Diese Auswirkungen sind jedoch nur ein Bruchteil von den Folgen der Klimakatastrophe in Regionen des Globalen Südens.

6/11 Hier kämpfen Umweltaktivist*innen bereits seit Jahrzehnten gegen die zerstörerischen Auswüchse des spätkapitalisches Wirschaftssystems. Trotzdem brauchte es weiße Aktivist*innen und Klimaveränderungen im Globalen Norden, um das Thema zu adressieren. Das ist perfide.

7/11 Denn die langjährigen Kämpfe im Globalen Süden werden unsichtbar gemacht, wenn die Berichterstattung das Bild vermittelt, dass die Klimagerechtigkeitsbewegung eine weiße westliche Erfindung sei.

Follow

8/11 Hinzu kommt, dass kolonialisierte Staaten bei Entscheidungen in der internationalen Klimapolitik häufig kein oder kaum Mitspracherecht haben. Das Ergebnis einer solchen Politik wird auch grüner Kolonialismus genannt.

9/11 Es beschreibt den Zugriff von westlichen Akteur*innen auf Ressourcen im Globalen Süden im Namen der Bekämpfung der Klimakrise, aber auf eine Art, die koloniale Hierarchien verstärken.
ZB Landgrabbingbestrebungen zugunsten von der Anlage CO2 kompensierender Monokulturforste

10/ 11 Der jüngste IPCC-Bericht zeigt, dass bereits über 500 Millionen Menschen von klimabedingter Landdegradierung betroffen sind. Infolge dessen breiten sich Wüsten aus, so in Südostasien, in Nordafrika und dem Mittleren Osten. Es entstehen lebensfeindliche Regionen.

11/11 Diese lebensfeindlichen Umweltbedingungen, die durch den imperialen Lebensstil im Globalen Norden hervorgerufen wird, produzieren Krieg. Bei der Berichterstattung über den Krieg in Syrien wird meist nicht über die fünfjährige Dürre gesprochen, die dem Konflikt vorrausgeging

Sign in to participate in the conversation
Climate Justice Global

This is an official mastodon instance for activist groups of the global climate justice movement.

If you're an individual please sign-up at ClimateJustice.social instead.