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Ein Thread über die Effekte eines Crossposters bzw genauer gesagt, wie es Mastodon als soziales Netzwerk verändert, wenn Menschen Retweets von Twitter crossposten.

Bitte boosten. :)

cc @digitalcourage

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Mastodon hat eine lineare Timeline, in der Posts nach der Post-Reihenfolge geordnet werden. Das ist anders wie bei Twitter, wo ein Algorithmus die Timeline personalisiert.

Eine Konsequenz die sich daraus für Mastodon allerdings ergibt, ist dass Mastodon-Accounts die viele Posts machen eine viel höhere Wahrscheinlichkeit haben, von Menschen gesehen zu werden.

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Weil gleichzeitig Twitter eine deutlich höhere Anzahl an coolen Posts hat, passiert es schnell dass die gecrossposteten Retweets in Mastodon kleinere Accounts mit weniger Posts von der Timeline verdrängen.

Das wird auch dadurch verstärkt, dass Mastodon-Boosts "zusammengefasst" werden, das bedeutet dass 2 Boosts von unterschiedlichen Personen zur selben Zeit ungefähr die gleiche wirkung wie 1 Boost haben.

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Bei den Twitter-Retweets geschieht das nicht - die Konsequenz: wenn 2 Accounts auf Twitter denselben Post retweeten, erscheint dieser Retweet auch als 2 seperate Posts im Fediverse.

Dadurch haben es insbesondere kleine und neue Accounts schwer zu wachsen, weil viele Leute eher die gecrossposteten Twitter-Retweets im Fediverse lesen werden als den originalen Mastodon Post.

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Für die langfristige Entwicklung von Mastodon ist es also deutlich besser, die Retweets nicht zu crosspoten.

Mir ist hier bewusst, dass einige dieser Retweets auch interessante informationen beinhaltet und leute sie gerne boosten.

Allerdings besteht die Stärke von Mastodon meiner Ansicht nach eher darin besteht, "ungewöhnliche" Posts zu entdecken die auf Twitter sonst untergehen würden.

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Twitter und die vielen anderen kommerziellen sozialen Netzwerke reprärsentieren den Mainstream, beispielsweise indem gay Posts weniger aufmerksam geschenkt wird. (Quelle: chaos.social/@heimdall/1061935 )

Mastodon ist der Gegenentwurf dazu, der gerade dazu einlädt vom Maintream abzuweichen und "komisch" zu sein.

Das bedeutet, für mich besteht das große Ziel in der Mastodon-Nutzung darin, Posts wie diese hier zu finden:

todon.eu/@ramona/1059919631592

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Posts wie diese werden leicht von den vielen Retweets von Twitter-Crosspostern verdeckt, da es eben von so vielen schönen Posts eher wenige gibt.

Durch die lineare Timeline kommt Mastodon nicht so gut mit sehr vielem Content klar, zumindest nicht wenn Menschen Mastodon wie Twitter benutzen.

Das ist aber nicht so schlimm, weil es beispielsweise eine lokale und eine förderierte Timeline gibt die - wenn sie richtig konfiguriert ist - ebenfalls sehr schöne Posts beinhaltet.

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insbesondere würde ich euch allen empfehlen euch Accounts auf ganz vielen Instanzen anzulegen und dort die lokale Timeline zu nutzen.

Das Wissen über diese Stärke ist allerdings nicht breit im Fediverse vorhanden. Ich schätze, die meisten Personen haben nicht so viele Accounts, insbesondere nicht mit dem Ziel die lokalen Timelines von thematischen Instanzen zu lesen.

Insbesondere für die queere Szene auf Mastodon bietet sich das an: joinmastodon.org/communities/l

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Insgesamt möchte ich also mit diesem Post vermitteln, dass Mastodon eine eigene Atmosphäre hat und diese sehr wertvoll ist.

Gleichzeitig kann ich natürlich den Wunsch nach mehr Content und mehr Fediverse-Gruppen nachempfinden.

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Da das bei den meisten Gruppen nicht an dem Wissen sondern eher an der Zeit für einen neuen Account mangelt, kann ich euch empfehlen: wenn ihr eine Gruppe spannend findet, werdet Teil der Gruppe. Ich schätze, viele Gruppen haben Bedarf nach neuen Menschen.

Allerdings ist das eine langfristige Sache, wo ihr die Gewohnheiten der Gruppe kennenlernen und verstehen müsst.

(PS: Ich schreibe "ich", weil EG noch keinen wirklichen Konsens zu Mastodon hat)

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Was ich noch vergessen habe:

Es gibt auch z.B. diese Umfrage von @AVL_Berlin in der 70% von ca 40 Menschen gesagt haben dass sie es besser fänden wenn Retweets von Twitter nicht gecrosspostet werden würden.

Die Motivation dieses Threads ist es also bisschen davon die Hintergründe zu erklären.

todon.nl/@AVL_Berlin/104941825

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@ende_gelaende

Ich fände es auch gut, wenn nicht gecrosspostet würde, kann mir aber ja zum Glück mit einem Filter auf "RT" ganz gut selbst helfen!

@ende_gelaende @AVL_Berlin ich crossposte auch, finde aber retweets und replies haben dabei nichts verloren, mir geht es darum, hier neue Kontakte aufzubauen und nicht Mastodon mit Twitter Content voll zu spammen

@ende_gelaende Meiner Ansicht nach ist es nicht notwendig und widerspricht dem "Fediverse", dass man auf jedem oder mehreren Servern Accounts haben sollte. Alle Server föderieren ja genau deshalb miteinander, um das nicht tun zu müssen.

@markusblogde
Zum einen das, zum anderen gibt es auch die Möglichkeit der Erstellung der Listen, was ich intensiv nutze, in denen ich mir ebenfalls angepasste Timelines erstellen kann. Gab es nicht auch mal die Möglichkeit Instanzen zu folgen?
@ende_gelaende
Ich persönlich finde es sogar verwirrend, wenn Menschen sehr viele private Accounts betreiben, die sich thematisch nicht unterscheiden. Oft liegen auch nur "Backup-Accs" rum, falls der Server stirbt oder von großen Instanzen geblockt wird.

Accounts auf verschiedenen Instanzen -> Hashtags 

@ueckueck @markusblogde @ende_gelaende

Also ich kann zu dem Experiment "Accounts auf verschiedenen Instanzen haben" nur ermutigen, und bringe hier gern noch einen neuen Aspekt rein: Auffindbarkeit von Beiträgen via #Hashtag . Denn jede Instanz zeigt zu einem Hashtag nur die Beiträge, die sie auch "kennt" - also in den allermeisten Fällen deutlich weniger als "alles, was es im Fediverse zu diesem Hashtag gibt" ( was ja vielleicht VERMUTETE Verhalten wäre ).

Das Extrem ist eine neue, noch leere Instanz: die würde GAR NICHTS kennen/finden .

#Fediverse #Federation no #HashtagFederation yet.... #MastoTipps #FediTipps #instanzen

@ende_gelaende Machts einfach den Masto als main und crossposted die Toots nach Twitter.

Dann motiviert ihr zum einen eure Follower auf Twitter auf freiere Alternativen zu wechseln und vermeidet das beschriebene Problem. :)

@phryk @ende_gelaende meine Frage dazu ist, warum das Crossposten? Wenn ich einen interessanten Beitrag sehe und darauf antworte, möchte ich doch auch, dass der Beitragsersteller das mitbekommt, und wenn es ein Crosspost von Twitter ist, bekommt der Beitragsersteller es nicht mit und ich schreibe ins leere. Das ist der Grund warum ich Profile, die nur Crossposts von Twitter sind, blockiere.

@montag
Kommt drauf an, wie federführende Person das ganze abhandelt – Mastodon und Twitter haben beide Notification settings, die einem ermöglichen jede Mention einfach per Mail mitzukriegen.

@ende_gelaende

@phryk

Uff, ne, nicht auch noch Mentions, aber Followeranfragen.😉

@montag @ende_gelaende

@montag

Also ich bekomme nachrichten mit, aber meistens sind das so viele dass ich nicht auf alle antworten kann oder möchte.

Manuelles posten ist zu viel aufwand, dass ich ich ein paar wochen lang gemacht. Zu stressig.

@phryk

@montag
@phryk @ende_gelaende
Kommt halt auch darauf an, ob der Inhalt trotzdem interessant ist.

Sieh zum Beispiel @kattascha(@)chaos.social.
Sie Crosspostet 95% und hat nur recht wenige 'Nur-Mastodon'-Toots.
Die Zeit auf alle Antworten zu reagieren hat sie hier wie drüben nicht.
Und das ist auch ok.
Jemandem zu Folgen ist ja immer ein Kann-Angebot.
Ebenso das Antworten.

Und meine Erfahrung zeigt: Crossposter lesen hier mehr als du glaubst.

@M

Hmm, naja, meine Erfahrungen sind andere. Ich mags nicht und für Masto zu werben, bedeute ja auhc für digitale Selbstbestimmung /Datenschutz zu werben.

@phryk @ende_gelaende

@montag

Yup, das machen hier ziemlich viel. und ich schaue auch auf Twitter nach interssanten Beiträgen nach, mache mir dann aber die Arbeit sie zu recherchieren und für Mastodon aufzubereiten.

Qualitativ, was Wissensaustausch angeht und auch Kommunikation, ist Mastodon Twitter haushoch überlegen.

Ich selbst brauche keinen weiteren Account. Poltisch bin ich auf meiner Instanz ganz richtig. Der Hinweis ist aber gut. Danke für den Beitrag.

@phryk @ende_gelaende

@Sofie @montag @phryk @ende_gelaende
Das mit dem Aufbereiten für Mastodon wäre mir der wichtigste Punkt, der mir in diesem Thread bisher zu kurz kam. Tweet-Forwarding mit einem Kommentar zu dem Beitrag auf der Vogel-Seite, der mich dazu zwingt, auf Twitter zu wechseln, um rauszufinden, worum es überhaupt geht - das nervt, sehe ich aber leider oft, dass da offenbar eine Drittquelle kommentiert wird, und anstatt direkt die Quelle zu nennen, werde ich einmal durch die Hassvögel durchgeleitet. 🙄

@ceha

Na dann, ich mach das immer und andere, mit denen ich oft kommuniziere machen das auch.
Gebe mir zumindest Mühe, immer die Quelle herauszufinden. Es braucht aber auch etwas Erfahrung dazu,denn nicht jeder hat journalistische Ausbildung hier, eher die Wenigsten, drum bin ich da auch nachsichtig, wenns nicht zu oft ist.

@montag @phryk @ende_gelaende

@ende_gelaende
Also bei mir haben Accounts, die (zu) viele Posts machen, eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, unfollowed zu werden^^

Es gibt auch eine Option in den Einstellungen, damit Boosts nicht gruppiert werden. (Ich habe es aber noch nicht ausprobiert.)

@ende_gelaende @digitalcourage

@ende_gelaende
Danke für den Input.

Bestärkt mich in der Entscheidung eben nicht alles, was der Kollege auf Twitter schreibt und Retweetet hierher zu kopieren.

Gab bisher auch nur positive Resonanz.

Und wer den Inhalt 'von düühm' lesen will, macht das sowieso. Sei es nun direkt, über Nitter oder einem entsprechenden Bot.

@s4f_le

naja, es ist halt eine abwägungssache. wir würden auch einen crossposter einrichten, wenn der gerade funktionieren würde.

einfach weil es schon sinnvoll ist wenn die follows nicht auf einen mastodon account und einen twitter-bot verteilt sind: dann kannst du langfristig besser planen und bist flexibler auf welche themen du wie aufmerksam machen möchtest.

bspw wenn du für eine zeit genug kapazitäten hast, kannst du auch das manuell machen und dann später wieder den Crosspos. anmachen

@ende_gelaende
Falls dich da eine Empfehlung interessiert, bei mir funktioniert moa.party als Crossposter relativ zuverlässig.
@s4f_le

@s4f_le @ende_gelaende Jetzte wo es beta.birdsite.live gibt und mensch alle Twitter Accounts von Mastodon aus folgen kann, braucht es Crossposts wirklich nicht mehr.

@PaulaToThePeople

Den Gedanken hatte ich eben auch.

Dennoch kann ich @ende_gelaende verstehen, wenn sie einen Großteil der Inhalte direkt auf beide Seiten verteilen wollen.

Für uns als :s4f: ists aktuell der birdsite.live Weg.

@s4f_le @PaulaToThePeople

was ich noch vergessen habe:

beta.birdsite.live ist auch ein bisschen eine schwachstelle, falls twitter iwann vor mastodon angst bekommt und das dicht macht.

-> wir können in so einem fall direkt weiter machen weil unsere follower ja "nativ" bei mastodon folgen und nicht dem abgeschaltenen twitter-bot.

@ende_gelaende
Da ist was dran, das trifft aber auch auf die automatischen Crossposter zu, (oder?)
@PaulaToThePeople

@ende_gelaende @s4f_le @PaulaToThePeople Es gab vor Jahren mit birdsite.monster auch schon mal was vergleichbares, was mittlerweile auch nicht mehr funktioniert.

Also: Support your local Fediverse account!

@PaulaToThePeople
Also für genau 1 Twitter-Acc. hat das geklappt. Sonst lässt sich kein weiterer damit finden... 🤔
Ist beta.birdsite.live down?

@XR_Nuernberg_sunny2 Also bei mir funktionierts. Es ist halt keine Suche, sondern du musst den Twitter-Handle schon wissen und eingeben.

@ende_gelaende Auch wenn ich nicht mit allem überein stimme, finde ich diese Zusammenfassung interessant und du sprichst sehr viele gute Punkte an. Danke dafür!
Finde es extrem schwer, Leuten zu vermitteln, wie schädlich Crossposter sind. Da ich zur Zeit aber ab und an Crossposter in die andere Richtugn benutze (von masto auf Twitter) schwäche ich natürlich meinen eigenen Standpunkt. Obwohl mMn ein kleineres Netz mit den von dir genannten Eigenheiten viel mehr darunter leidet, als jetzt Twitter.

@ueckueck

wenn ich so drüber nachdenke ist der thread auch nicht so gut gelungen, weil es mir ja gar nicht um crossposter (nutzen wir ja selbst) geht sondern nur darum keine Retweets zu crossposten.

Ich glaube das ist bei einigen Hardcore-FLOSS aktivistis nicht so gut rübergekommen und sie sahen die überschrift als "crossposter doof"

@ende_gelaende Hmh. Die allgemeine Diskussion hat sich ein wenig verselbstständigt.
Aber dein Punkt ist echt schwierig. Ein guter Freund nutzt Crossposter, auch für seine (kommentierten) Retweets, pflegt aber hier auch nach und beantwortet Fragen etc., nutzt Masto aber nicht wirklich aktiv. Ich könnte ihm vermutlich den Crossposter wegnhemen und anders einstellen...aber ich will ja auch, dass er ein grobes Gefühl für die Plattform hat.
Bei Moa kann mensch das übrigens feingradig genug einstellen

@ueckueck

also ich hab ja mit diesem thread das gespräch mit vielen leuten angefangen die crossposter nutzen und das hat eigentlich ganz gut geklappt bisher.

Das könnte ich mir auch für deinen guten Freund vorstellen. Für mich ist das tldr: mastodon wird nie so sein wie Twitter, also ist das abschalten von retweets allein schon deshalb gut weil es die mastodon-eigene atmosphäre fördert.

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